Filmdetail

Teaser
  • Bochumer Symphoniker /Steven Sloane
    Live aus dem Anneliese Brost Musikforum Ruhr
    Regie: Gösta Courkamp
    WDR / Arte Concert
Synopsis
  • Baruch ata Adonaj, elohejnu melech ha’olam
    Schehechejanu wekijemanu wehigianu las’man hase
    Amen
    (Gesegnet seist Du, Herr, unser Gott, König der Welt,
    der uns leben ließ, uns erhalten hat und uns bis zu diesem Zeitpunkt gebracht hat.
    Amen)
    Mit diesem hebräischen Segensspruch eröffnet die Kantate von Stefan Heucke das neue Bochumer Anneliese Brost Musikforum Ruhr. Im Judentum hat dieser kurze Text ebenfalls mit einer Einweihung zu tun: Er wird dort am ersten Abend des achttägigen Lichterfests Chanukka gesprochen, das an die Wiedereinweihung des jüdischen Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v.Chr. erinnert. Dieser war zuvor vom Seleukidenkönig Antiochus IV erobert worden. Er verbot den jüdischen Glauben und widmete den Tempel zur Kultstätte für Zeus um.
    Der jüdische Freiheitskämpfer Judas Makkabäus vertrieb die Besatzer und der Tempel wurde „unter Liedern, Zither- und Harfenspiel und dem Klang der Zimbeln“ neu geweiht.
    Der Bochumer Komponist Stefan Heucke betreibt für seine Einweihungsmusik über den hebräischen Segenstext großen vokalen und instrumentalen Aufwand, wobei er zusätzlich die räumlichen Gegebenheiten der neuen, musikalischen „Kultstätte“ einbezieht. So treten zum differenziert eingesetzten Chor und dem großen Orchester noch einige Vokal- und Instrumentalsolisten, die auf den beiden Seitenemporen postiert sind. Formal ist sein Werk als achtteiliger Variationszyklus mit krönender Schlussfuge gestaltet. Dabei beschäftigen sich die Musiker in stetem Wechsel von Besetzung und musikalischem Ausdruck mit dem durchweg auf Hebräisch gesungenen Text, wodurch es nach Auskunft des Komponisten „für den Zuhörer äußerst leicht ist, dem Geschehen zu folgen.“
    Am Schluss des Stücks ist der Saal ist mit musizierenden und singenden Menschen gefüllt, bewohnt und von den Bochumern „in Besitz genommen“.

    Gustav Mahler
    Symphonie Nr.1 in D („Titan“)
    „Es ist Erfahrenes und Erlittenes, was ich darin niedergelegt habe, Wahrheit und Dichtung in Tönen.“ Gustav Mahler über seine erste Symphonie

    Nach der Budapester Uraufführung firmierte das Werk bei der Weimarer Aufführung von 1894 als „Symphonie in D-Dur“, Beiname: „der Titan“.
    "Eigentlich ist schon in der Ersten Symphonie alles da, was ihn [Mahler] charakterisieren wird; hier schon klingt seine Lebensmelodie an, die er zur höchsten Entfaltung bringt: Die Hingabe an die Natur und Todesgedanken", urteilte Arnold Schönberg 1913.
    Und jetzt erklingt Mahlers Erste zur Eröffnung des Anneliese Brost Musikforum Ruhr, war der Bau des neuen Saales in Bochum doch auch in der Tat ein ‚titanisches‘ Unterfangen.

    Programm:
    Stefan Heucke (*1959):
    Baruch ata Adonaj – Gesegnet seist du, Herr op. 77
    Kantate auf einen hebräischen Segenstext für Bariton, drei Knabenstimmen, Chor und Orchester
    Thema. Sehr ruhig und mystisch
    Var 1. Lebhaft
    Var 2. Ruhig und feierlich
    Var 3. Bewegt, etwas unruhig
    Var 4. Ziemlich langsam
    Var 5. Rasch und drängend
    Var 6. Sehr langsam
    Var 7. Sehr lebhaft, straff und rhythmisch
    Var 8. Fuge. In mäßigem Tempo
    [Auftragswerk der Bochumer Symphoniker, UA 27. und 28. Oktober 2016 Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum]

    Interview mit Steven Sloane
    geführt von Gösta Courkamp

    Gustav Mahler (1860 – 1911):
    Symphonie Nr. 1 D-Dur „Titan“
    1. Langsam. Schleppend. – Immer gemächlich.
    2. Kräftig bewegt, doch nicht zu schnell
    3. Feierlich und gemessen, ohne zu schleppen
    4. Stürmisch bewegt
    [UA 20. November 1889 in Budapest, Entstehung 1884-88]


    Martijn Cornet, Bariton
    Sängerknaben der Chorakademie Dortmund, Einstudierung Bednarz/Salm?
    ChorWerk Ruhr, Einstudierung Florian Helgath
    Philharmonischer Chor Bochum, Einstudierung Susanne Blumenthal
    Schülerinnen und Schüler der Musikschule Bochum
    Bochumer Symphoniker
    Steven Sloane, Dirigen

    Der Komponist Stefan Heucke wurde 1959 in Gaildorf (Baden-Württemberg) geboren und lebt seit 1996 in Bochum. Zwei Konstanten ziehen sich durch sein ganzes Werk, das Symphonisches, Kammermusik wie auch Opern umfasst: Die Beschäftigung mit der menschlichen Stimme, sei es als Solostimme oder im Chor, sowie die Auseinandersetzung mit lyrischen wie geistlichen Texten.
    Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen und Einladungen als Composer-in-Residence gehören Höhepunkte wie der Hans-Werner-Henze-Preis 2007, Kompositionsaufträge des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin 2013 und das aktuelle Schaffen beim Staunton Music Festival in den USA.
    Besonders im Rhein-Ruhr-Gebiet ist Stefan Heucke seit 25 Jahren eine bekannte Größe und hat bereits mit Uraufführungen und Residenzen für die Bochumer Symphoniker, die Duisburger Philharmoniker, die Niederrheinischen Sinfoniker und die Kulturhauptstadt RUHR.2010.
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