Filmdetail

Teaser
  • Portrait des katalanischen Gamben-Virtuosen Jordi Savall
Synopsis
  • Nähere Informationen:
    www.inpetto-filmproduktion.de/...

    Geboren 1941, Beginn der Ausbildung 1947, Abschluß der Ausbildung 1970 an der Schola Cantorum Basiliensis. Seither rund 100 Konzerte im Jahr, Gambenvirtuose, Gründer und Leiter dreier Ensembles für alte Musik, Chef eines eigenen Plattenlabels. Ca. 90 CDs mit eigenen Aufnahmen, insgesamt 2 Millionen verkaufte Kopien. Ungezählte Preise und Auszeichnungen, überfüllte Konzertsäle. Jordi Savalls Rekorde sind nicht zu schlagen, jedenfalls nicht im Süden Europas.

    Vorgeschichte

    Vor 29 Jahren gründete Jordi Savall mit seiner Frau, der Sopranistin Montserrat Figueras, das Ensemble Hespèrion XX. Ein programmatischer, zugleich kryptischer Name: Hesperia nannte die Antike die beiden westlichen großen Halbinseln Europas, Italien also und Spanien, die römische Zwanzig stand für das 20. Jahrhundert. Man wollte die alte, zum Teil längst vergessene Musik vor allem dieser beiden Länder wiederbeleben, und zwar nicht auf eine museale, quasi archäologische Art und Weise, sondern ganz bewusst aus der Sicht und mit der Lebendigkeit von Musikern aus dem 20. Jahrhundert. Die Notentexte, die uns aus dieser frühen Zeit europäischer Musikgeschichte – gemeint ist das 12te bis 18te Jahrhundert – überliefert sind, machen oft nur spärliche Angaben, wie genau sie gespielt werden sollen, in welcher Besetzung, in welchem Tempo – mit welchen Verzierungen. Vielleicht sind manche der wertvollen Handschriften nur äußerst verkürzte Zusammenfassungen, Gedächtnisstützen für eine Musik, die im wesentlichen von den Interpreten, die zugleich Komponisten waren, improvisierend ausgeschmückt und eigentlich erst zum Leben erweckt wurden.

    Jordi Savall leitete nicht nur dieses Ensemble, das sich im wesentlichen aus Studenten und Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis zusammensetzte, der Eliteschmiede in Sachen Alter Musik in der Schweiz, er spielte selbst und spielt immer noch die Gambe, ein Instru-ment, das seitdem es vor rund 250 Jahren vom Violoncello abgelöst wurde, so gut wie ver-gessen war. So sehr vergessen, dass nahezu alles, was mit diesem Instrument zusammen-hängt, Spieltechniken, Haltung, Stimmung, etc. aus Archiven und alten Abbildungen rekonstruiert werden musste. Inzwischen gilt Jordi Savall als DER Meister seines Instrumentes, der Gambe oder der Viole – und eroberte mit dem warmen, obertonreichen und unaufdringlichen Klang seines Instrumentes, das nach der Meinung der Zeitgenossen am ehesten dem Klang der menschlichen Stimme nahe kommt, ein immer größer werdendes Publikum, nicht so sehr in Deutschland, dafür umso mehr in Frankreich, Spanien, Italien, Österreich. Rund 2 Millionen Mal wurden die knapp 90 CD-Titel verkauft, die er seither eingespielt hat.

    Musik & Film und Filmmusik

    Einen beträchtlichen Anteil daran haben die Aufnahmen des Soundtracks zu dem Film „Tous les matins du monde“, ein Film von Alain Corneau, der mit dem Titel „Die siebente Saite“ auch in deutschen Kinos lief und die Lebensgeschichte des Sonderlings und Komponisten Sainte-Colombe le fils und seines Schülers Marin Marais erzählt.
    Jordi Savall verlieh den Schauspielern Jean-Pierre Marielle und Gerard Depardieu den Klang seines Instruments, die nur so taten, als würden sie spielen (obwohl sie so gut es ging das Gambenspiel lernen mussten). Schwer zu sagen, was genau den Erfolg dieses Soundtracks ausmachte: Zum einen natürlich die hohe Kunst des Interpreten, sein Atem, die Ruhe, die Konzentration seines Spiels, die Vielfalt der klanglichen Farben – die aber auch nur bei der Wiedergabe von der CD zur Geltung kommen. Die Gambe ist kein Instrument für große Konzertsäle, sondern ein intimes, im eigentlichen Wortsinne ein Kammerinstrument.

    Zum anderen spielt eine Rolle, dass wie schon gesagt das Repertoire von Jordi Savall, die Art seiner Interpretation, sehr unaufdringlich ist. Seine Musik kann man auch im Hintergrund hören, man kann, aber man muss nicht, zuhören. Sie erlaubt beides: Ihre „Verwendung“ als musique d´ameublement – und ein konzentriertes in sie Versenken, ein meditatives Sich- Fallenlassen.

    Neben dem Ursprungsensemble Hespèrion XX (inzwischen XXI) gründete und leitet Jordi Savall das Vokalensemble LA CAPELLA REIAL DE CATALUNYA und das Kammer-orchester LE CONCERT DES NATIONS, das sich auch schon an die Einspielung von Beethoven-Symphonien wagte. Außerdem tritt Jordi Savall in Solo-Rezitals auf oder spielt Duos, zum Beispiel mit dem Cembalisten Ton Koopman. Damit nicht genug (einen Normalsterblichen würde bereits eine der hier aufgelisteten Tätigkeiten vollauf ausfüllen, aber um ein Exemplar dieses Typs scheint es sich bei Jordi Savall nicht zu handeln, der neben seiner Muttersprache, dem catalan, natürlich fließend spanisch, französisch, italienisch, englisch und deutsch spricht) gründete er vor 5 Jahren sein eigenes Plattenlabel des Namens aliavox, mit dem er jedes Jahr „nur“ (wie er sich ausdrückt) 5 neue CDs aus seinem Repertoire herausbringt, insgesamt also sind es inzwischen 25 Titel, die sich rund 700.000 mal verkauften.

    Unser Film über Jordi Savall

    Illusorisch ist es anzunehmen, man könne über Jordi Savall einen Film drehen, der die gesamte Fülle seiner Aktivitäten zusammenfasst oder einen repräsentativen Überblick über die mit profunder Sachkenntnis von ihm gehobenen musikalischen Schätze gibt. Oder zu beschreiben, wie genau er es macht, dass seine Gambe so unverwechselbar klingt, wie sie klingt, wenn er auf ihr spielt.

    Ohne Zweifel ist Jordi Savall ein Maestro der internationalen Musikszene. Aber welchen Jordi Savall zeigen wir? Der Film konzentriert sich auf wenige Aspekte seiner Persönlichkeit.

    Die erste Einstellung: Jordi Savall ganz nah. Die Musik, die Jordi Savall zum Leben erweckt, ist in ihren feinsten mikrotonalen Fasern und Schichten geformt, Es ist von großer Faszination diese Arbeit am Kleinsten, den Mikrozellen der Musik, im Bild zu verfolgen. Was müssen die Hände, die Fingerkuppen tun, um die kleinsten Nuancen aus der schwingenden Saite „herauszuholen“, wie ein Bildhauer aus seinem Stein oder Holzstück. Es handelt sich ja durchweg um eine Musik, bei welcher die romantische Herangehensweise nach dem Schema Musik=Gefühl nicht aufgeht, es genügt also nicht, das Gesicht des Musikers „mitfühlen“ zu sehen, um das Eindruck vorgegaukelt zu bekommen, man sei „ganz nahe dran“! – Bei einem Solokonzert in der Bernhardinenkirche in Krakau sind wir Jordi Savall so nah auf die Pelle gerückt, dass man jedes Staubkorn auf den Saiten sehen kann, wie es mitvibriert – und das zu einem der schönsten Stücke, die je für die Gambe geschrieben wurden: Les pleures, komponiert von M. de Sainte Colombe.

    Im nächsten Teil spielt Jordi Savall mit dem Ensemble Hesperion XXI im Rafael-Saal des Schlosses Sanssouccis in Potsdam. Das erste Mal, dass für diesen wunderschönen Barocksaal überhaupt eine Drehgenehmigung erteilt wurde.

    In der Familie Savall sind nicht nur der Vater und Mutter Musiker, auch die Tochter Arianna (Harfe und Gesang) und der Sohn Ferran (Laute und Gesang) haben ihre eigenen Karrieren begonnen – und gelegentlich spielen sie auch zusammen – alle vier. Oder sitzen gemeinsam in ihrem Garten und unterhalten sich, über die Musik im Allgemeinen und ihren je persönlichen Zugang zu ihr. Ist ein Musiker „nur“ ein Medium für die Musik, die er durch sich hindurchtönen lässt, aber keineswegs hervorbringt? Genauso zuhörend, abwartend und in einem gemächlichen Tempo, wie Jordi Savall seine Musik interpretiert, unterhält sich seine Familie über Fragen dieser Art, in der gleichen harmonischen Atmosphäre wie das Ensemble Hesperion XXI.

    Und unser Film beobachtet nicht nur dieser Art vertrauliche intime Familiengespräche, sondern zeigt auch, wie die Familie musikalisch miteinander kommuniziert, mit Blicken, kleinsten Gesten Einsätze gibt, aufeinander reagiert. Wir zeigen Ausschnitte aus zwei Konzerten mit Arianna, Ferran, Jordi Savall und Montserrat Figueras – in der Katharinenkirche in Breslau und in der Collegiata de Sant Vicenç de Cardona in Katalonien, einer der schönsten romanischen Kirchen überhaupt, jedenfalls mit einer Akustik, die man sich besser nicht vorstellen kann.

    Kamera:
    Günther Uttendorfer
    Chris Rowe
    Boris Fromageot
    Ton:
    Georg Morawietz
    David Kammerer
    Jan Wichers
    Amanda Villavieja Garcia
    Lichtdesign:
    Wojitek Kursa
    Ray Ruiz
    Produktionsleitung:
    Hanne Kaisik

    Musik:

    Harke, Harke
    Tobias Hume – (ca. 1570 – 1645)
    Les pleures
    M. de Sainte-Colombe (ca.1630 - 1700)
    Diferencias sobre las folias
    Antonio Martin y Coll (? – 1734)
    Aria sopra la Ciaconna
    Tarquinio Merula (ca. 1590 – 1665)
    Preludium/ The Lancashire Pipes
    Anonymus (ca.1600)
    Noumi, Noumi Yaldatii
    (Hebräisches Volkslied)
    Hi ha un remolí
    Musik:Arianne Savall, Text: Miquel Marti i Pol
    Canarios - Improvisation
    (Anonymus ca.1550)
    Uli Aumüller, © inpetto filmproduktion berlin 2003

  • Film by Uli Aumüller
    ZDF/ARTE DigiBETA 42min stereo

    With Hesperion XXI

    Jordi Savall, Viola da Gamba/ viole
    Montserrat Figueras, voice
    Arianna Savall, arpa doppia&voice
    Ferran Savall, Theorbe&voice
    Rolf Lislevand, guitar
    Pedro Estevan, percussion

    Jordi Savall & the Ensemble Hespèrion XXI
    Diving into the sound of acient music

    Born 1941 he began his musical education 1947, which he concluded 1970 at the Schola Cantorum Basiliensis. Since then about 100 concerts per year, as gamba virtuoso, founder and director of three ensembles for acient music, manager of his own record label. Approx. 90 CDs with own recordings, altogether 2 million copies sold. Countless prices and awards, overcrowded concert halls. Jordi Savall's records cannot be beaten in any ways - not in the south of Europe.

    Past history
    29 years ago Jordi Savall founded the ensemble Hespèrion XX with his wife, the soprano Montserrat Figueras. A programmatic, at the same time cryptic name: The antiquity called “Hesperia” the two western big peninsulas of Europe, Italy and Spain, the Roman “XX” meant the 20th century.
    Savall and his ensemble wanted to revive the old, nearly forgotten music of these two countries and they wanted to do this not in a virtually archaeological way but in the contrary conscious from the point of the view and with the liveliness of musicians from the 20th century.
    The scores handed down to us from this early period of the European music history (meant are those of the 12th until the 18th century) often only give scanty details in which instrumentation, in which tempo and with which ornamentations they shall be performed. Maybe some of the valuable handwritings are only extremely abbreviated summaries, memory aids for a music that was played by improvising interpreters which were their own composers at the same time.

    Jordi Savall did not only conduct this ensemble, that essentially consisted of students and graduates of the Schola Cantorum Basiliensis, the best university for acient music in Switzerland, he himself played and still plays the viola da gamba, an instrument that was nearly forgotten since it was taken off by the violoncello about 250 years ago. – Forgotten so completly, that nearly everything that was connected with this instrument, how to play it, its attitude, atmosphere etc. had to be reconstructed from archives and old illustrations. In the meantime Jordi Savall is regarded as the master of the viola da gamba. With the warm overtone-rich and unobtrusive sound of his instrument, a sound that is regarded by contemporaries best like the human voice, Savall conquers an audience getting bigger and bigger especially in France, Spain, Italy and Austria. As mentioned above about 2 000 000 copies of his almost 90 CDs were sold until now.

    Music & Film and Film music

    A considerable share to this success is dued to the soundtrack of the film “Tous les matins du monde” from Alain Corneau which tells the vita of the eccentric composer Sainte-Colombe le fils and his pupil Marin Marais.
    Jordi Savall gave his sound of the instrument to the actors Jean-Pierre Marielle and Gerard Depardieu who only were pretending as if they would play (although they had to learn the gamba play as far as they could). Hard to say what exactly made up the success of this soundtrack: On the one hand of course the high art of the interpreter, his breath, the calm and concentration of his play, the variety of the tonal colours – which only come to validity when you listen to the CD. The viola da gamba is not an instrument for big concert halls but an intimate - a chamber instrument in the real literal sense.

    On the other hand as already mentioned it matters, that the repertoire of Jordi Savall, the manner of his interpretation is very unobtrusive. His music can be put in the background, you may but you must not listen to it. It permits both: its “use” as musique d’ameublement – and a concentrated, meditative listening.

    Besides the original ensemble Hespèrion XX (in the meantime XXI) Jordi Savall founded and conducts the vocal ensemble LA CAPELLA REIAL DE CATALUNYA and the chamber orchestra LE CONCERT DES NATIONS that already recorded Beethoven symphonies. In addition Jordi Savall appears in solo recitals or plays duets for example with the harpsichord player Ton Koopman. Furthermore (one of all these activities would be enough for a “normal” person – but Jordi Savall does not seem to be a person of this kind,- besides his mother tongue, the Catalan, he speaks fluently Spanish, French, Italian, English and German), five years ago he founded his own record label “aliavox” with which he “only” (as he expresses himself) presents 5 new CDs from his repertoire each year – altogether 25 titles that were sold about 700.000 times.


    OUR FILM ABOUT JORDI SAVALL

    It is illusory to assume one can shoot a film about Jordi Savall which summarizes the complete fullness of his activities or gives a representative summary of the musical treasures raised by him with a profound expertise. Or to describe exactly how he manages to play the viola da gamba in his own unmistakable way that makes it sound like it sounds.

    Without any doubt Jordi Savall is a maestro of the international music scene. But into which of these many Jordis Savall did we want to give an insight? We decided us to concentrate on few aspects of his personality.

    Since the music which Jordi Savall resurrects must be formed in her finest micro tonal fibres and layers, it is undisputed of a great fascination, to let this work and the micro cells of the music become shape in the screen. What do these hands, these fingertips have to do, to get these small nuances out of the vibrating string like a sculptor creates a sculpture out of a stone or a wood piece?
    Occasionally Jordi Savall told us, that again and again people told him that they wait for a film in which you might see: how does he actually do it?
    And Savall does not do it in a “romantic way” - it does not work to show the face of the musician only “feel the music”. The first 7 minutes of our film focus on Savalls hands, his fingers, that you can even see each dust particle vibrating on the strings.

    It was our idea, only to concentrate on one ensemble, the ensemble Hespèrion XXI that celibrates in 2004 its 30th anniversary. And we only present a selection from the nearly infinite repertoire of this ensemble that shows Jordi Savall solo, in duo and trio play up to an almost chamber orchestral instrumentation with approx. 5 musicians.
    A red thread runs through the music program, the rhythm of the Folia or the Fandango e.g. but also the change of solo and bigger instrumentation, instrumental and vocal pieces.

    One of the locations of the music shootings was the church of the castle of Cordona, the so-called Colegiata, a both acoustic and visually charming place.
    Our concept was to illuminate each of the different pieces (that last about 1-3 minutes) matching its character in an own special way, from a selective illumination with the surroundings in black up to a radiant illumination of the complete church room.
    Of course we took care that this playing with light remains discreet but nevertheless shows the room in his facets so that he joins in the background but all the more lets the music step forward through this

    This concept of a special lightdesign appears all over the film: In Cardona, in two churches in Cracow (Poland) where we filmed two live-concerts, and in the Sans Soucis-Castle in Potsdam.

    Camera:
    Günther Uttendorfer
    Chris Rowe
    Boris Fromageot
    Sound:
    Georg Morawietz
    David Kammerer
    Jan Wichers
    Amanda Villavieja Garcia
    Light Design:
    Wojitek Kursa
    Ray Ruiz
    Producer:
    Hanne Kaisik

    Music:

    Harke, Harke
    Tobias Hume – (approx. 1570 – 1645)
    Les pleures
    M. de Sainte-Colombe (approx. 1630 - 1700)
    Diferencias sobre las folias
    Antonio Martin y Coll (? – 1734)
    Aria sopra la Ciaconna
    Tarquinio Merula (approx. 1590 – 1665)
    Preludium/ The Lancashire Pipes
    Anonymus (approx. 1600)
    Noumi, Noumi Yaldatii
    (Hebrew Folk Song)
    Hi ha un remolí
    Musik:Arianne Savall, Text: Miquel Marti i Pol
    Canarios - Improvisation
    (Anonymus approx.1550)
Crew
  • Regie: Uli Aumüller
  • Drehbuch: Uli Aumüller
  • Kamera: Günther Uttendorfer, Chris Rowe, Boris Fromageot
  • Schnitt: Uli Aumüller
  • Komponist: M. de Sainte-Comlombe
  • Art Director: Hanne Kaisik
  • Ton: George Morawietz

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